Was ist die Schlange

„Ein Terrassenhaus über der Autobahn....

Das ist immer noch einzigartig in der Welt.“ (Klaus Döbler, ehemaliger Leiter der degewo-Planungsabteilung)

Die Autobahnüberbauung Schlangenbader Straße (umgangssprachlich als Schlange bezeichnet) ist ein Wohnkomplex auf einer Autobahntrasse in der Architektur der l970er Jahre im Berliner Ortsteil Wilmersdorf am Rande des Rheingauviertels.

Anfang bis Mitte der l970er Jahre war die Wohnraumsituation im mittlerweile durch den vollendeten Mauerbau isolierten West-Berlin nach wie vor kritisch und Baugrundstücke waren knapp, deshalb kam man auf die Idee die Autobahn zu überbauen.

Die heutige Autobahnüberbauung umschließt die Autobahn 104 auf einer Länge von 600 Metern in ihrem Nord-Süd-Verlauf und verläuft analog der Fahrbahn in leichtem Winkel gebogen. Die Erbauung des Gesamtprojekts fand zwischen 1976 und 1980 im Auftrag der degewo statt.

Das Hauptgebäude, die direkte Autobahnüberbauung Schlangenbader Straße, erreicht die Gesamtlänge von 600 Metern und eine maximale Höhe von 46 Metern. Es hat in den mittleren Riegeln eine maximale Geschossanzahl von 14.

Dieses Gebäude beinhaltet 1064 Wohneinheiten und zählt damit zu den größten zusammenhängenden durchgängig begehbaren Wohnkomplexen Europas. In der angrenzenden Randbebauung sind weitere 694 Wohneinheiten untergebracht, was eine Gesamtanzahl von 1758 Wohneinheiten auf dem Areal ergibt.

Die Konzeption des Hauses mit seinen unterschiedlichen Terrassierungen und Tiefen erlaubte eine Mischung von ca. 120 verschiedenen Wohnungstypen. Rund 50% der Wohnungen haben Terrassen von einer durchschnittlichen Größe von 15 qm. 30% der Wohnungen sind Maisonettes, 80 Wohnungen sind als Seniorenwohnungen gedacht.

Unterhalb der unter der Überbauung gelegenen Autobahntrasse befinden sich zwei Tiefgaragendecks mit 760 Stellplätzen. Ein separates Parkhaus mit 437 weiteren Plätzen wurde erbaut.

Die Anlage verfügt über eine zentrale pneumatische Müllentsorgungsanlage nach schwedischem Vorbild und wird durch Fernwärme mit Energie versorgt.

Als kühnes bauliches Berliner Phänomen der Stadtfunktion Wohnen und Verkehr hat das  imposante Terrassengebäude auf der Architektur-Weltausstellung in Tokio starke Beachtung gefunden. Zuvor wurden die DEGEWO als Bauherr der ,,Schlange" sowie die Architekten Georg Heinrichs und Wolf Bertelsmann mit dem ,,Renault Traffic Design Award 2000" ausgezeichnet.